Frauen im Handwerk und in technischen Berufen – Gehalt

Frauen sind in vielen handwerklichen und technischen Bereichen in Österreich noch klar unterrepräsentiert – gleichzeitig entstehen gerade dort durch Energiewende, Digitalisierung, Automatisierung und demografischen Wandel starke Chancen. Dieser Ratgeber zeigt dir, welche Berufe dahinterstecken, welche Einstiegswege es gibt, wie Gehalt und Rechte einzuordnen sind, welchen Vorurteilen Frauen oft begegnen und wie du dich im Bewerbungsprozess fachlich und selbstbewusst positionierst. In unserer Beratung unterstützen wir dich zusätzlich mit Berufsorientierung, Bewerbungsunterlagen und Coaching für Vorstellungsgespräche
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste auf einen Blick
Aktuelle Tipps Wie wir dich konkret unterstützen
  • Frauen sind in vielen technischen Ausbildungsfeldern noch klar unterrepräsentiert – gerade deshalb gibt es viel Potenzial für sichtbare Karrieren, Quereinstiege und Spezialisierungen.
  • 2025 lag der Frauenanteil laut WKO in typischen technischen Lehrberufsgruppen bei 9,5 % in Maschinen/Fahrzeuge/Metall, 9,8 % in Bau/Architektur/Gebäudetechnik, 13,1 % in Informatik/EDV/Kommunikationstechnik und 25,8 % in Applikationsentwicklung – Coding.
  • Gleichbehandlung gilt in Österreich für Bewerbung, Entgelt, Weiterbildung, Beförderung, Arbeitsbedingungen, Beendigung des Arbeitsverhältnisses und auch für sexuelle Belästigung.
  • Stellenanzeigen in der Privatwirtschaft müssen geschlechtsneutral formuliert sein und das kollektivvertragliche oder gesetzliche Mindestentgelt ausweisen.
  • Gehaltschancen sind in vielen technischen Berufen solide – gleichzeitig zeigt der Gender Pay Gap, dass Frauen ihre Rechte auf faire Bezahlung kennen und aktiv ansprechen sollten.
  • Wir helfen dir, technische und handwerkliche Berufe so einzuordnen, dass sie zu deinem Lebenslauf, deinen Stärken und deiner Lebensphase passen.
  • Unsere Expert:innen übersetzen bisherige Erfahrungen in klare Kompetenzen – etwa Genauigkeit, Fehlersuche, Kundenkontakt, Organisation, Qualitätsbewusstsein oder technisches Verständnis
  • Wir bereiten dich gezielt auf Bewerbungsgespräche vor: Selbstpräsentation, Wechselmotivation, Umgang mit Vorurteilen, Rückfragen an Betriebe und Gehaltsgespräche
  • Wenn du nach einer Pause, einer Umorientierung oder einem nicht-linearen Weg neu einsteigen willst, strukturieren wir mit dir die nächsten sinnvollen Schritte.
  • Auch bei der Auswahl von Weiterbildungen, Qualifizierungen und passenden Einstiegsrollen begleiten wir dich praxisnah.
 

Qualifizierte Fachkräfte sind gefragt

Österreich braucht in vielen technischen und gewerblichen Bereichen qualifizierte Fachkräfte. Gleichzeitig zeigen offizielle Bildungs- und Arbeitsmarktdaten, dass Frauen in genau diesen Bereichen oft noch deutlich seltener vertreten sind als Männer. Das ist kein Randthema, sondern ein echter Hebel für berufliche Chancen, Einkommensentwicklung und mehr Auswahl am Arbeitsmarkt.

Für Frauen bedeutet das: Der Schritt in Handwerk oder Technik ist heute oft nicht nur möglich, sondern strategisch sinnvoll. Besonders dort, wo Betriebe verlässlich suchen, Weiterbildung eine große Rolle spielt und praktische Fähigkeiten sichtbar werden, können auch Umsteigerinnen, Wiedereinsteigerinnen und Frauen mit nicht ganz geradem Lebenslauf gute Einstiegschancen haben.

Faktenlage in Österreich

Aspekt Was offizielle Daten zeigen Was das für dich bedeutet
Ausbildung & Sichtbarkeit Nur 4,7 % der 25- bis 64-jährigen Frauen haben laut Statistik Austria ihre höchste abgeschlossene Ausbildung im Feld Ingenieurwesen, verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe. Bei Männern liegt dieser Anteil bei 37,6 %. Der Bereich ist für Frauen noch nicht breit besetzt. Gerade das schafft Chancen für sichtbare Spezialisierungen und schnellere Profilbildung.
Technische Schulwege Technisch-gewerbliche Schulen wurden im Schuljahr 2023/24 laut Statistik Austria zu 72,5 % von Burschen besucht. Wer als Frau diesen Weg geht, bringt nicht automatisch Nachteile mit – oft aber eine stärkere Wahrnehmung und gute Differenzierung mit.
Lehrberufe 2025 Der Frauenanteil in technischen Lehrberufsgruppen steigt, bleibt aber in vielen Feldern niedrig. Besonders deutlich ist das in Maschinen/Fahrzeuge/Metall und Bau/Gebäudetechnik. Technische Lehrberufe sind kein Nischenweg. Sie verbinden frühe Praxis mit soliden Einkommensperspektiven.
Arbeitsmarkt & Wandel Dekarbonisierung, Digitalisierung und demografischer Wandel verändern laut AMS die Berufswelt tiefgreifend und schaffen zusätzliche Anforderungen und Chancen in technischen Feldern. Gerade Berufe rund um Energie, Gebäude, Maschinen, IT, Service und Instandhaltung gewinnen weiter an Bedeutung.
Faire Bezahlung Der Gender Pay Gap in Österreich lag laut Statistik Austria für 2024 bei 17,6 %. Frauen sollten Gehaltsrahmen, Kollektivvertrag, Mindestentgelt und eigene Leistung aktiv ansprechen und nicht nur auf Fairness vertrauen.

 

Was mit Handwerk und technischen Berufen gemeint ist

Technische Berufe gehen oft noch einen Schritt weiter: Hier kommen Planung, Konstruktion, Steuerung, Programmierung, Inbetriebnahme, Messung, Fehleranalyse oder Systembetreuung dazu. Das kann sehr praxisnah sein – etwa in der Instandhaltung – oder stärker planend, zum Beispiel in Konstruktion, IT, Maschinenbau oder Gebäudetechnik.

Wichtig ist: Handwerk und Technik sind keine starren Schubladen. Viele moderne Berufe verbinden beides. Wer heute an Anlagen arbeitet, braucht oft digitales Verständnis. Wer in der IT arbeitet, muss Prozesse, Systeme und Anwender:innen verstehen. Und wer im Handwerk tätig ist, arbeitet immer öfter mit Diagnosetools, Sensorik, Software und DokumentationFür manche Menschen passt Schichtarbeit sogar besser als ein klassischer Tagesjob: etwa wenn Behördentermine, Kinderbetreuung, Weiterbildungen oder persönliche Routinen untertags leichter planbar sind.
In einigen Berufen bietet Schichtarbeit außerdem einen schnellen Zugang zu Praxis, Verantwortung und Teamroutine.
Der entscheidende Punkt ist: Ein Vorteil ist nur dann ein echter Vorteil, wenn er nicht permanent mit Erschöpfung bezahlt wird.

Berufsfelder im Überblick

Berufsfeld Kurz erklärt Typischer Einstieg Grobe AMS-Richtwerte – Brutto Gehalt
Elektroenergietechnik Baut, prüft, montiert und wartet Systeme der Energieerzeugung, -übertragung und -verteilung. Dazu kommen Messungen, Fehlersuche und Inbetriebnahme. Lehre, BMS, HTL, FH, Studium ca. € 2.920 bis € 4.350 brutto/Monat
Werkzeugbautechnik Entwickelt, baut und wartet Werkzeuge und Formen für die Produktion, z. B. für Metall- oder Kunststoffbearbeitung. Präzision, Messtechnik und CNC sind zentral. Lehre, BMS, HTL, FH, Studium ca. € 2.350 bis € 4.350 brutto/Monat
Fahrradmechanik / E-Mobility-Service Repariert Fahrräder und E-Bikes, diagnostiziert Fehler an Elektroantrieben und berät Kund:innen zu passenden Lösungen. Lehre, betriebliche Praxis, Weiterbildung ca. € 2.510 bis € 2.880 brutto/Monat
Gebäudetechnik Plant und betreut technische Systeme in Gebäuden, etwa Energie-, Lüftungs-, Klima-, Heizungs- oder Steuerungslösungen. HTL, FH, Studium ca. € 2.210 bis € 3.490 brutto/Monat
Maschinenbau Konstruiert und plant Maschinenteile und technische Anlagen, erstellt technische Unterlagen, plant Fertigung und unterstützt Produktionsabläufe. HTL, FH, Studium ca. € 2.660 bis € 4.350 brutto/Monat
Softwareentwicklung / Systemadministration Entwickelt Software oder betreut IT-Systeme, Netzwerke und Sicherheit. Technische Berufe sind heute auch digital, analytisch und systemnah. Lehre, BMS, HTL, FH, Studium ca. € 2.340 bis € 3.950 brutto/Monat


Diese Beispiele zeigen auch:
Technische Laufbahnen beginnen nicht immer nur mit einem Studium. In Österreich führen Lehre, Fachschule, HTL, Kolleg, betriebliche Praxis und Weiterbildung je nach Beruf zu unterschiedlichen, aber oft gleichwertig interessanten Einstiegen.

Wann passen diese Branchen für die Berufswahl?

Nicht jede Frau braucht denselben Weg. Entscheidend ist, welche Stärken du mitbringst, welche Arbeitsumgebung zu dir passt und welche Lebensphase gerade wichtig ist.
Besonders passend kann der Einstieg unter anderem für diese Zielgruppen sein:

  • Schülerinnen und junge Frauen ab dem Pflichtschulalter, die lieber praktisch lernen, rasch ins Tun kommen und früh Berufserfahrung sammeln möchten.
  • Frauen mit Lehre, BMS oder HTL, die einen Bereich mit klaren Aufgaben, guten Entwicklungsmöglichkeiten und sichtbaren Arbeitsergebnissen suchen.
  • Wiedereinsteigerinnen nach einer Familienphase, die sich beruflich neu aufstellen und in einem nachgefragten Bereich neu Fuß fassen möchten.
  • Quereinsteigerinnen aus Verkauf, Büro, Service, Pflege oder Logistik, die bereits viele übertragbare Kompetenzen mitbringen – etwa Organisation, Genauigkeit, Kund:innenkontakt oder Qualitätsbewusstsein.
  • Frauen ab 30, 40 oder 50+, die bewusst einen stabileren oder besser bezahlten Bereich anstreben und dafür bereit sind, sich gezielt weiterzubilden.
  • Frauen, die Interesse an Nachhaltigkeit, Energie, Digitalisierung oder moderner Mobilität haben und ihre Karriere in einem Zukunftsfeld aufbauen wollen.
    Gerade für arbeitsuchende oder arbeitslose Frauen können offizielle Förderwege eine wichtige Rolle spielen. Das AMS unterstützt über das FiT-Programm je nach Maßnahme und Bundesland Aus- und Weiterbildungen in handwerklichen und technischen Berufen und kann während der Ausbildung finanzielle Unterstützung leisten.

Vorteile von Handwerk und Technik - Jobs

Vorteile im Berufsalltag

Vorteil Warum das im Berufsalltag zählt
Sichtbare Ergebnisse Viele Aufgaben haben ein direktes, greifbares Resultat. Du siehst, was du gebaut, repariert, verbessert oder in Betrieb genommen hast.
Solide Einkommensbasis Viele technische und handwerkliche Berufe bieten bereits beim Einstieg stabile Gehaltsrahmen, besonders mit Lehre, HTL oder Spezialisierung.
Breite Entwicklungspfade Von Montage und Service bis Planung, Qualität, Führung, Schulung oder Selbstständigkeit sind viele Aufstiege möglich.
Zukunftsrelevanz Energie, Gebäude, Automatisierung, digitale Systeme, IT und nachhaltige Mobilität bleiben wichtige Wachstums- und Umbaufelder.
Praxisnähe Wer gerne konkret arbeitet und lieber Probleme löst als abstrakt im Kreis zu reden, findet hier oft eine passendere Arbeitsrealität.
Gute Profilwirkung Frauen, die in diese Felder gehen, bringen oft ein klares Profil mit – das kann im Bewerbungsprozess positiv auffallen, wenn es fachlich gut erklärt wird.

 

Gehalt: Was ist realistisch

Beim Gehalt zählt nicht nur der Berufstitel. Entscheidend sind Qualifikationsniveau, Branche, Region, Kollektivvertrag, Schichtmodell, Zulagen, Rufbereitschaft, Spezialisierung und Verantwortung. Darum sind grobe Richtwerte hilfreich – aber nicht automatisch dein individuelles Angebot.
Wichtig ist auch die rechtliche Seite: In Österreich müssen Stellenausschreibungen in der Privatwirtschaft geschlechtsneutral formuliert sein und das kollektivvertragliche oder gesetzlich festgelegte Mindestentgelt inklusive möglicher Überzahlung angeben. Das schafft eine klare Ausgangsbasis für deine Bewerbung und für Gehaltsgespräche.
Trotzdem bleibt faire Bezahlung ein Thema. Der Gender Pay Gap liegt in Österreich weiterhin deutlich über dem EU-Durchschnitt. Das heißt nicht, dass technische Berufe für Frauen unattraktiv wären – im Gegenteil. Es heißt aber, dass Frauen ihre Leistung, ihre Spezialisierung und ihren Marktwert sauber argumentieren sollten.

Wichtige Einflussfaktoren beim Gehalt

Faktor Warum er das Gehalt verändert
Ausbildung Lehre, BMS, HTL, FH oder Studium wirken sich je nach Beruf direkt auf Einstiegsgehalt und Verantwortungsbereich aus.
Branche Energie, Industrie, IT oder spezialisierte technische Dienstleistungen zahlen oft anders als kleine Reparatur- oder Servicebetriebe.
Arbeitszeitmodell Schichtarbeit, Rufbereitschaft, Montageeinsätze oder Nachtarbeit können das Einkommen deutlich verändern.
Spezialisierung CNC, CAD, SPS, Netzwerktechnik, E-Mobility, Qualitätsmanagement oder Projektarbeit erhöhen oft den Wert deines Profils.
Verhandlung Wer mit Beispielen, Verantwortung und Marktdaten argumentiert, geht meist klarer in Gehaltsgespräche als mit bloßem Bauchgefühl.

 

Typische Vorurteile – und wie du ihnen begegnen kannst

VorurteilWas daran oft zu kurz gedacht istBessere Antwort im Bewerbungsprozess
„Handwerk ist für Frauen zu schwer.“Viele Berufe verlangen eher Präzision, Problemlösung, Koordination und sauberes Arbeiten als bloße Muskelkraft. Moderne Werkzeuge, Hebehilfen, Maschinen und Teamarbeit verändern den Alltag stark.Sprich im Gespräch über Arbeitsweise, Genauigkeit, Fehlersuche, Sicherheitsbewusstsein und Belastbarkeit – sachlich und professionell.
„Technische Berufe sind nur etwas für Mathe-Profis.“Rechnen ist in manchen Berufen wichtig, aber entscheidend sind oft technisches Verständnis, Übung, Lernbereitschaft und systematisches Denken.Zeige, wie du lernst, Zusammenhänge verstehst und Aufgaben strukturiert löst. Perfektion ist kein Einstiegszwang.
„Frauen werden in Werkstatt oder Baustelle nicht ernst genommen.“Vorurteile gibt es noch, aber sie sind kein Naturgesetz. Gute Betriebe achten auf Teamkultur, klare Zuständigkeiten und professionelle Zusammenarbeit.Frag im Gespräch konkret nach Einschulung, Teamstruktur, Ansprechpersonen und Arbeitsklima. Das ist kein Schwächesignal, sondern Professionalität.
„Es gibt dort keine Entwicklungsmöglichkeiten.“Viele Laufbahnen führen von der Praxis in Qualität, Planung, Service, Projektarbeit, Ausbildung, Führung oder Selbstständigkeit.Frag nach Weiterbildungen, Spezialisierungen, Aufstiegspfaden und internen Entwicklungsschritten.
„Als Frau verdienst du dort sowieso weniger.“Gleicher Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit ist rechtlich geschützt. Einkommensunterschiede bestehen dennoch – Transparenz und saubere Einstufung bleiben wichtig.Lass dir Mindestentgelt, Einstufung, Zulagen und Überzahlung genau erklären und vergleiche Aufgaben und Verantwortung, nicht nur Titel.
„Mit Kindern oder Pflegeverantwortung geht das nicht.“Nicht jeder Betrieb ist gleich. Manche Modelle sind schwerer vereinbar, andere bieten stabile Zeiten, Teilzeitoptionen oder planbare Abläufe.Kläre Arbeitszeiten, Fahrzeiten, Schichtmodelle und Planbarkeit früh und offen, statt das Thema zu verdrängen.
„Für Quereinsteigerinnen ist die Tür zu.“Viele technische Felder suchen motivierte Fachkräfte. Wer Bereitschaft zur Weiterbildung zeigt und übertragbare Kompetenzen sauber benennt, hat reale Chancen.Übersetze deinen bisherigen Weg in verwertbare Stärke: Genauigkeit, Kundenkontakt, Dokumentation, Verantwortung, Fehlersuche, Organisation oder Lernfähigkeit.

 

Rechte und Regeln in Österreich

Für Frauen im Handwerk und in technischen Berufen gelten dieselben arbeitsrechtlichen Grundregeln wie für alle anderen Beschäftigten – und zusätzlich klare Schutzmechanismen gegen Diskriminierung. Das Gleichbehandlungsgesetz für die Privatwirtschaft umfasst insbesondere Bewerbung und Einstellung, Entgelt, freiwillige Sozialleistungen, Aus- und Weiterbildung, Beförderung, sonstige Arbeitsbedingungen, Beendigung des Arbeitsverhältnisses sowie sexuelle Belästigung.

Wichtig ist außerdem: Fördermaßnahmen, die ein Geschlecht gezielt unterstützen, um bestehende Benachteiligungen auszugleichen, gelten rechtlich nicht als Diskriminierung. Genau deshalb sind Programme für Frauen in unterrepräsentierten Berufsbereichen zulässig und sinnvoll.

Mit Blick auf die nächsten Monate ist vor allem das Thema Entgelttransparenz relevant. Die EU-Richtlinie zur Lohntransparenz muss bis 7. Juni 2026 umgesetzt werden. Laut Auskünften aus dem österreichischen Parlament und dem Sozialressort befand sich die nationale Umsetzung Anfang 2026 bereits in einer sehr fortgeschrittenen Verhandlungsphase. Für Bewerberinnen und Beschäftigte kann das mittelfristig mehr Vergleichbarkeit und stärkere Argumente in Gehaltsfragen bedeuten.

So unterstützen wir dich bei Bewerbung und Vorstellungsgespräch

Gerade bei handwerklichen und technischen Berufen reicht ein allgemeines Bewerbungstraining oft nicht aus. Viele Frauen müssen in Gesprächen zusätzlich erklären, warum sie genau diesen Weg gewählt haben, wie belastbar ihr Interesse ist, ob sie den Beruf wirklich kennen und wie sie mit einem männlich geprägten Umfeld umgehen. Genau darauf bereiten wir dich gezielt vor.

In unserer Beratung arbeiten wir an den Punkten, die im echten Gespräch den Unterschied machen: eine klare und glaubwürdige Selbstpräsentation, ein starker roter Faden für deinen Lebenslauf, gute Beispiele für deine Arbeitsweise, saubere Antworten auf kritische Rückfragen und ein ruhiger Umgang mit Vorurteilen, ohne dich zu rechtfertigen.

Wir üben mit dir auch heikle Situationen aus dem Bewerbungsalltag – zum Beispiel Fragen nach körperlicher Belastbarkeit, Schichtbereitschaft, Teamakzeptanz, Quereinstieg oder Gehaltsvorstellung. So gehst du nicht mit auswendig gelernten Standardsätzen ins Gespräch, sondern mit Antworten, die zu dir, zu deinem Berufsziel und zu deiner Erfahrung passen.

Wenn du noch nicht sicher weißt, welcher technische oder handwerkliche Bereich wirklich passt, begleiten wir dich auch davor: bei der Einordnung von Berufsbildern, beim Vergleich von Einstiegspfaden und bei der Frage, ob zuerst Bewerbung, Weiterbildung oder Neuorientierung der sinnvollere Schritt ist.

FAQ

Nein. Manche Berufe arbeiten stärker mit Rechnen, Messen oder technischen Formeln, andere deutlich weniger. Viel wichtiger sind oft logisches Denken, sauberes Arbeiten, räumliches Verständnis, Lernbereitschaft und Interesse an Abläufen. Was dir fachlich noch fehlt, kannst du oft gezielt aufbauen.

Nein. Gerade in nachgefragten Bereichen sind auch spätere Einstiege sinnvoll – vor allem dann, wenn du motiviert bist, praktische Verantwortung übernehmen willst und bereit bist, dich gezielt weiterzubilden. Entscheidend ist weniger das Alter als die Passung zwischen deinem Profil und dem gewählten Berufsfeld.

Nein. Zwar beginnen viele direkt nach der Pflichtschule, aber es gibt auch spätere Ausbildungs- und Qualifizierungswege. Je nach Beruf und Bundesland können Lehre, Fachschule, HTL, Kolleg, betriebliche Umschulung oder Fördermodelle sinnvoll sein.

Nicht mit Rechtfertigung, sondern mit fachlicher Klarheit. Zeige anhand echter Beispiele, wie du arbeitest, wie du Probleme löst, was du gelernt hast und warum genau dieser Beruf zu dir passt. Gute Vorbereitung nimmt Vorurteilen oft die Wirkung, weil du nicht diffus, sondern konkret auftrittst.

Schau nicht nur auf Titel. Wichtiger sind Arbeitsumgebung, Tätigkeiten, Verantwortung, Kundenkontakt, körperliche Anteile, Lernweg und Entwicklungsmöglichkeiten. Genau hier hilft eine gute Berufsorientierung: aus allgemeinen Interessen einen realistischen Berufsweg zu machen.

Achte auf Kollektivvertrag, Mindestentgelt, Einstufung, Zulagen, Überzahlung, Arbeitszeiten und Entwicklungsmöglichkeiten. Vergleiche nicht nur Monatszahlen, sondern auch die Frage, wie sich dein Gehalt mit Erfahrung, Spezialisierung und Verantwortung weiterentwickeln kann.

Ein gutes Coaching schärft nicht nur Formulierungen. Es hilft dir, deinen Weg logisch zu erzählen, Vorurteile souverän abzufangen, deine Kompetenzen sichtbar zu machen und mit Ruhe in Gespräche zu gehen. Gerade in männerdominierten Berufen kann das ein großer Vorteil sein.

Quellen:

Stand der Recherche: April 2026. Für diesen Ratgeber wurden vor allem offizielle österreichische Quellen und aktuelle Berufsprofile herangezogen.

  • oesterreich.gv.at – Allgemeines zur Gleichbehandlung in der Privatwirtschaft: https://www.oesterreich.gv.at/de/themen/gesetze_und_recht/frauenfoerderung-und-gleichbehandlung/gleichbehandlung/1/2/Seite.1860220
  • oesterreich.gv.at – Gleichbehandlung: https://www.oesterreich.gv.at/de/themen/gesetze_und_recht/frauenfoerderung-und-gleichbehandlung/gleichbehandlung
  • AMS – Frauen in Handwerk und Technik (FiT): https://www.ams.at/arbeitsuchende/karenz-und-wiedereinstieg/so-unterstuetzen-wir-ihren-wiedereinstieg/fit-frauen-in-handwerk-und-technik
  • AMS – Weiterbildung für Frauen / FiT-Programm: https://www.ams.at/arbeitsuchende/frauen/foerderung-frauen-weiterbildung
  • AMS Berufsinformationssystem (BIS), Berufsprofile und Einkommensangaben, Ausdrucke vom 09.04.2026: u. a. ElektroenergietechnikerIn, WerkzeugbautechnikerIn, FahrradmechanikerIn, GebäudetechnikingenieurIn, MaschinenbauingenieurIn, SoftwareentwicklerIn, SystemadministratorIn.
  • AMS – Update zu den Berufsaussichten im AMS-Berufslexikon 2024/2025: https://forschungsnetzwerk.ams.at/dam/jcr:ab4b25fa-aec8-4926-bf25-abd6c989992e/AMS-Berufslexikon_Berufsaussichten_Update_2024-2025.pdf
  • STATISTIK AUSTRIA – STATjournal 3/2025 sowie Gender-Statistik Bildung: https://www.statistik.at/fileadmin/pages/2061/STATjournal-3-2025_barrierefrei.pdf und https://www.statistik.at/fileadmin/pages/359/Infotext_GenderStatistik_Bildung.pdf
  • STATISTIK AUSTRIA – Gender Pay Gap 2024, veröffentlicht am 03.03.2026: https://www.statistik.at/fileadmin/announcement/2026/03/20260303Genderstatistik2026.pdf
  • Gleichbehandlungsanwaltschaft – Lohntransparenz und Entgeltdiskriminierung: https://www.gleichbehandlungsanwaltschaft.gv.at/unser-angebot/praevention-fuer-unternehmen/lohntransparenz-und-entgeltdiskriminierung.html
  • Parlament Österreich – Sozialausschuss / Stand zur Umsetzung der Entgelt-Transparenzrichtlinie, 18.02.2026: https://www.parlament.gv.at/aktuelles/pk/jahr_2026/pk0110
  • WKO / Frau in der Wirtschaft – Factsheet 2026 mit Zahlen zu Frauenanteilen in technischen Lehrberufen: https://www.wko.at/oe/fiw/factsheet-fiw.pdf

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